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Was sind Blähungen?

Bis zu 20 % der erwachsenen Bevölkerung nehmen mehr oder weniger regelmässig Präparate gegen
Blähungen ein. Blähungen sind also eine echte "Volkskrankheit". Typisch sind ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, schmerzhaftes Spannungsgefühl und gelegentlich auch Aufstossen und Krämpfe.

Blähungen sind oft nicht nur unangenehm für den Betroffenen sondern auch für seine Mitmenschen.
Und wenn die Luft geräuschvoll entweicht, bringt dies zwar Erleichterung aber unter Umständen auch
eine peinliche Situation.

Wenn Sie öfter unter Blähungen leiden, sollten Sie versuchen, den Auslöser Ihrer Beschwerden herauszufinden. Sind ballaststoffreiche Gemüse, Vollkornprodukte, fettige und süsse Speisen, kohlensäurehaltige Getränke oder aber eher psychische Faktoren wie Stress oder Angst für Ihre
Blähungen verantwortlich. Da dies nicht ganz einfach ist, finden Sie hier ein Ernährungstagebuch,
mit dem Sie leichter herausfinden können, welche Lebensmittel Ihre Beschwerden auslösen.

Besonders wichtig ist diese Analyse, wenn Sie
unter einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit
wie der Laktose-, Fructose- oder Histamin-
intoleranz
leiden, da Sie bei diesen Unverträg-
lichkeiten den Verzehr dieser Produkte stark
einschränken müssen.

Wie Sie dabei vorgehen, soll am Beispiel der
Laktoseintoleranz gezeigt werden.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blähungen wegen Laktoseintoleranz

Beim Säugling spaltet während der Stillzeit das Enzym Laktase den in der Muttermilch enthaltenen
Milchzucker in Glukose und Galaktose, damit dieser vom Körper für die Energiegewinnung genutzt werden kann. Nach dem Abstillen sinkt die Aktivität der Laktase normalerweise stark ab. In Nordeuropa wird aber
auch im Erwachsenenalter genügend Laktase produziert, so dass in der Schweiz „nur“ ca. 15-20% an einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden. Im Gegensatz dazu sind in Afrika und Asien ca. 90% der Erwachsenen davon betroffen.

Schematische Darstellung
der Milchzuckerspaltung

Der in der Milch enthaltene
Milchzucker (Laktose) wird durch
das Enzym Laktase in Glucose und Galaktose gespalten.
Diese werden aus dem Dünndarm aufgenommen.

Bei  zu geringer Laktaseaktivität
wird der Milchzucker im Dünndarm
nicht gespalten sondern im Dickdarm
von Darmbakterien vergoren.

Dabei entstehen Gase , die
Blähungen verursachen. Ausserdem entsteht Milchsäure, die Durchfall hervorrufen kann.

 

Ähnliche Symptome kommen bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructoseintoleranz) vor.
Da mehr  als 50% der Personen mit Laktoseintoleranz auch Fructose nicht vertragen, sollten Sie bei Lactoseintoleranz  prüfen, ob Sie auch Fruchtzucker oder sogenannte FODMAPs schlecht vertragen.

Eine korrekte Diagnose vermeidet längerfristige Probleme
Neben Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen können  Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität, Schwindelgefühl  oder depressive Verstimmungen auftreten. Mit einer Wasserstoff-Atemanalyse (H2-Atemtest) kann der Gastroenterologe feststellen, ob eine Milchzuckerunverträglichkeit vorliegt. Sinnvoll ist auch eine Eliminationsdiät. Dabei werden mehrere Tage lang möglichst  alle laktosehaltigen Nahrungsmittel und Getränke gemieden, vor allem  Milch, Rahm und „versteckte“ Laktose (viele Fertigprodukte wie z.B. Brote, Wurstwaren, Speiseeis und  Schokolade enthalten Milchzucker oder Milchbestandteile). Treten in dieser Zeit keine Symptome mehr auf, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich. Alternativ kann man auf nüchternen Magen ein Glas Milch trinken. Wenn innerhalb von ca. zwei Stunden Beschwerden auftreten, so ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich.

Therapie der Milchzuckerunverträglichkeit
Die beste Therapie ist es, die Ernährung auf eine milchzuckerarme Kost umzustellen. Es gibt heute Milchersatzgetränke wie Sojamilch oder laktosereduzierte Milchprodukte. Die meisten Betroffenen vertragen kleinere Mengen an Laktose (bis zu 10 Gramm pro Tag),
so dass Produkte mit geringerem Milchzuckergehalt gegessen werden können. Da Milchprodukte sehr viel Kalzium liefern, sollte auf Milchprodukte mit geringem Laktosegehalt wie Weich- und Hartkäse oder „laktosefreie“ Milch nicht verzichtet werden. Die fehlende Laktase kann auch als Kapseln oder Tabletten zugeführt werden. So können auch Milchprodukte mit höherem Milchzuckergehalt genossen werden.

Eine gute Übersicht über den Laktosegehalt verschiedener Nahrungsmittel und viele weitere Informationen zur Laktoseintoleranz finden Sie unter http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/laktoseintoleranz-informationen-symptome/laktosegehalte-verschiedener-lebensmittel.html